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Korsika 2010





- Vier Tage in Vizzavona. Tour auf den Monte d'Oro.
- Tour von Corte aus durch das Tavignanotal zur Segahütte, weiter über Soccia und Marignana nach Evisa.





Mittwoch, den 19.05.2010



Dieses Jahr flog ich mit Germanwings vom Flughafen Köln/Bonn nach Bastia. Mir kam es so vor, als ob strenger kontrolliert wurde als die Jahre zuvor. Sogar die Wanderschuhe musste ich ausziehen.
Der Airbus 319 startete um 5:40 Uhr.

Der Flieger war voll und bei mäßigem Wetter flogen wir über den Wolken. Um 7:20 Uhr landeten wir in Bastia.
Im Zeitungsladen kaufte ich mir noch zwei Wanderkarten und nachdem ich meinen Rucksack hatte, machte ich mich auf den Weg.


Ankunft in Bastia


Vor dem Flughafengebäude machte ich mich auf die Suche nach einem Taxi. Ich wollte nach Casamozza, von hier mit dem Bus weiter nach Vizzavona.
Als ich ein Taxi gefunden hatte, kam ein weiterer Mitfahrer dazu und so konnten wir uns die 20,- Euro für die Fahrt teilen.
Um 7:50 Uhr erreichten wir die Bushaltestelle in Casamozza, die unbeschildert, kurz vor dem Kreisverkehr, am Ortsausgang, in der Nähe des Bahnhofs liegt.

Busverbindungen


Der Bus sollte um 8:10 Uhr kommen. Er kam um 8:20 Uhr und ich bezahlte 15,- Euro für die Fahrt nach Vizzavona.



Das Zentrum von Vizzavona,
der Bahnhof


Das Zentrum von Vizzavona,
der Bahnhof


Es war 10:00 Uhr als ich in Vizzavona ankam. Die Fahrt war recht angenehm, der Bus bequem und nicht voll. Es sind nur wenige hundert Meter, von der Bushaltestelle, an der Hauptstraße, bis zum 'Zentrum' von Vizzavona.
Vizzavona liegt auf etwa 910m, unterhalb des gleichnamigen Passes. Seine Blütezeit hatte der kleine Ort ende des vorletzten Jahrhunderts, nach dem Bau der korsischen Eisenbahn. Zu einem viel besuchten Urlaubsort entwickelte sich Vizzavona, wovon heute nur noch die Ruine des ehemaligen Grand-Hotels zeugt. Es waren wohl hauptsächlich Engländer, die hier Urlaub machten. Die 'Cascades des Anglais' sind heute noch Ausflugsziel vieler Besucher.
Der Hausberg von Vizzavona ist der Monte d'Oro. Majestätisch überragt der markante Gipfel, mit seinen 2389m, das Panorama. Es bieten sich zwei Möglichkeiten für eine Besteigung an. Zum einen über den GR20(Nord) von Westen, hier kann man an der Punta Muratella den GR20 verlassen und von ca. 2100m aus den Gipfel besteigen. Als zweite Möglichkeit kann man, von Vizzavona aus, über die Bergerie Pozzatelli, den Gipfel von Osten besteigen. Der Weg ist ausgeschildert.

Besonders für GR20-Wanderer ist Vizzavona ideal. Ob als Einstieg oder als Ausstieg bietet sich der Ort an. Aber auch als Zwischenstopp wird Vizzavona gerne genutzt. In der Bahnhofsgaststätte gibt es einen kleinen Laden, wo man sich mit Proviant eindecken kann.

Übernachten kann man hier sowohl im Hotel, in Gite d'Etapes, oder im Refuge, direkt gegenüber des Bahnhofs. Wer es ganz einfach und kostenlos haben will, der kann auf der eingezäunten Fläche, oberhalb des Bahnhofs, direkt am Tunnel, zelten. Im Wald, 50m unterhalb, gibt es eine Quelle. Im Bahnhof ist eine Toilette und ein Waschbecken. Es gibt im Bahnhof auch eine Dusche, dafür muss man sich im Laden den Schlüssel holen und 2,50 Euro bezahlen.



Ruine des ehemaligen Grand-Hotels


Hotel I-Laricci


'Dortoir'


Das Wetter war nicht so toll, als ich mich im Hotel I-Laricci einquartierte. Das gepflegte, kleine Hotel liegt schräg gegenüber des Bahnhofs.



'Dortoir'


Neben den normalen Hotelzimmern, gibt es hier im Hotel I-Laricci die Möglichkeit, einen Platz im 'Dortoir', im 'Schlafsaal' zu mieten. Diese einfachen Schlafplätze in Mehrbettzimmern, bieten besonders Wanderern, eine preiswerte Unterkunft. Der, hinter dem Hotel gelegene, ehemalige Pferdestall ist mit vier Mehrbettzimmern, zwei Duschen und zwei Toiletten ausgestattet. Mein Zimmer hatte fünf Betten und ein Waschbecken.
Pro Nacht bezahlte ich 34,- Euro, inklusive Abendessen und Frühstück. Das Essen war super. Jeden Tag ein Menü mit Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch, dazu Wein, Wasser und Brot.



'Mein' Zimmer


Nachdem ich mich in meinem Zimmer eingerichtet hatte, machte ich mich auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Vom Hotel die Straße aufwärts, stößt man nach wenigen hundert Metern auf die ersten 'GR20'-Wegweiser. Rechts ab - GR20-Nord, geradeaus - GR20-Süd. Ich ging nach rechts in den Wald und folgte den weiß-roten Zeichen. Es ging über mehrere Brücken stets leicht aufwärts. Es war nicht weit bis zu den 'Cascades des Anglais'. In mehreren Stufen stürzt sich der Bach hinab und die Wasserfälle bieten reichlich Fotomotive. Es kamen immer mehr Wolken und es wurde kühl. Etwas weiter oberhalb zweigt links vom GR20 ein Weg ab, der zunächst hinauf zum 'Fort di a Foce di Vizzavona' auf 1205m führt und dann hinab zum 'Col de Vizzavona'. Diesen Weg nahm ich und erreichte bald den Pass. Ein kurzes Stück unterhalb Richtung Vizzavona befindet sich eine Gite d'Etape. Hier kehrte ich ein und trank einen Café. Es donnerte und kurze Zeit später fing es an zu regnen. Schnell machte ich mich auf den Weg nach Vizzavona. Es ging die Straße entlang abwärts und ich schaffte die ca.3km bis zu meiner Unterkunft, bevor der Regen so richtig loslegte. Es regnete den Rest des Tages und die ganze Nacht. Es war kalt.



traumhafte Aussicht an
den 'Cascades des Anglais'


'Fort di a Foce di Vizzavona (1205m)


'Fort di a Foce di Vizzavona (1205m)


Donnerstag, den 20.05.2010



Heute machte ich wetterbedingt einen Ausflug nach Ajaccio. Mit dem Bus fuhr ich hin und mit der korsischen Eisenbahn zurück.



Freitag, den 21.05.2010



Heute machte ich wetterbedingt einen Ausflug nach Corte. Mit dem Bus fuhr ich hin und mit der korsischen Eisenbahn zurück.



Samstag, den 22.05.2010



Das Wetter hatte sich etwas gebessert. Heute wollte ich den Monte d'Oro besteigen.
Um 6:40 Uhr stand ich auf. Meinen Tagesrucksack hatte ich schon am Vortag gepackt. Frühstück gab es ab 7:00 Uhr. Um 7:30 Uhr war ich startklar und marschierte los.
Vom Hotel I-Laricci aus ging ich die Straße aufwärts, bis zu der Stelle, wo der GR20-Nord rechts abzweigt. Den Waldweg entlang, folgte ich den weiß/roten Markierungen. Es ging über einige Brücken, bis zu einer T-Kreuzung. Der GR20 geht links weiter, ich musste nach rechts. Hier war auch der gelb markierte Pfad ausgeschildert, der steil aufwärts durch den Wald Richtung Bergerie Pozzatelli führt. Der Pfad kreuzt immer wieder einen breiten, befahrbaren Waldweg, der sich in lang gezogenen Kehren aufwärts windet. Es war nichts los hier. Ich war hier ganz alleine unterwegs. Es herrschte eine herrliche Ruhe und immer wieder hatte ich tolle Ausblicke.



Der Weg zum Monte d'Oro
ist gut ausgeschildert


Der Weg zum Monte d'Oro
verschwindet unter dem Schnee


Die Bergerie scheint nur noch eine Ruine zu sein. Jedenfalls habe ich außer ein paar Steinmauern nichts gefunden. Der Weg ist recht einfach zu laufen, zwar ziemlich steil und anstrengend, aber nicht anspruchsvoll. Später lichtete sich der Wald und es ging über Felsen weiter aufwärts. Die gelben Markierungen wurden teilweise etwas selten, sodass ich manchmal suchen musste. Als die ersten Schneefelder in Reichweite kamen, waren die Zeichen kaum noch auszumachen. Am Anfang habe ich die Schneefelder noch überquert und die Markierung auf der jeweils anderen Seite schnell wiedergefunden, aber je höher ich kam, um so schwieriger wurde es. Es hatte sich wieder einmal bewährt, die Wanderstöcke mitzunehmen. Der Schnee war teilweise stark unterhöhlt und bei dieser unsicheren Streckenführung entschied ich mich für den Abbruch. So schade es auch war, ich hätte gerne den Gipfel erreicht und die Aussicht genossen, aber Sicherheit geht vor. Gerade wenn man, wie ich, alleine unterwegs ist, sollte man kein Risiko eingehen.



meine Spuren im Schnee


wilde Alpenveilchen


Auf dem Weg zurück machte ich an einer schönen Stelle ausgiebig Pause und genoss die Aussicht. Im Wald fielen die zahlreichen Blumen auf, die überall blühten. Besonders die wilden Alpenveilchen fand ich toll. So schön der Monat Mai auf Korsika auch ist, die Vegetation ist herrlich, aber in den Bergen ist, ab einer gewissen Höhe, der Winter noch nicht ganz vorbei.
Als ich wieder unten auf dem Waldweg war, folgte ich den GR20-Zeichen und wanderte nochmals zu den 'Cascades des Anglais'. Hier auf dem Weg war wieder mehr Betrieb. Am Bach, mit seinen Wasserfällen, tummelten sich die Leute. Wie schön war doch da die Ruhe auf meinem vorherigen Pfad. Auf einer schönen, glatten Felsplatte, direkt an einem schönen Wasserfall, legte ich mich in die Sonne und relaxte. Es dauerte nicht lange und die Sonne wurde immer öfter von dunklen Wolken verdeckt. Es zog sich wieder zu und ich machte mich auf den Rückweg.
Es war 15:40 Uhr als ich wieder im Hotel I-Laricci war und es fing an zu regnen.



Sonntag, den 23.05.2010



7:30 Uhr, ich sitze beim Frühstück. Heute werde ich weiter nach Corte fahren. Es war sehr schön hier im Hotel I-Laricci. Gutes Essen, gute Unterkunft, sehr angenehme Atmosphäre hier. Hier lief morgens immer leise Entspannungsmusik mit Vogelgezwitscher und abends IMuvrini.
Vier Tage habe ich hier in Vizzavona verbracht und ich habe mich im Hotel I-Laricci sehr wohl gefühlt. Die Unterkunft, mit ihren freundlichen Wirtsleuten, kann ich wirklich weiter empfehlen.
Nach dem Frühstück bezahlte ich meine Rechnung 4 x 34,- = 136,- Euro, packte meine Sachen zusammen und ging zum Bahnhof. Das Wetter war wieder gut, so genoss ich auf einer Bank, auf dem Bahnsteig die warme Morgensonne.



Vizzavona


Als der Schalter um 9:00 Uhr öffnete, kaufte ich mein Ticket nach Corte und zahlte 5,30 Euro dafür. Um 9:08 Uhr kam pünktlich der Zug, der diesmal zum Glück nicht so voll war.
Kurz vor 10:00 Uhr war ich in Corte.



Corte


auf dem Campingplatz 'Alivetu'


Belvédère


Vom Bahnhof aus ging ich zum Campingplatz 'Alivetu'. Der Platz liegt direkt an der Restonica und machte mir einen guten Eindruck. Der Wirt war freundlich, die Sanitäranlagen ok und der Platz war nicht so voll. Ich baute mein Zelt auf und ging anschließend in die Stadt. Im 'Spar'-Laden (hat Sonntags bis Mittag auf) kaufte ich mir den Tagesproviant. Den Rest vom Tag verbrachte ich am Tavignano. Das Wetter war besser als gestern. Weiße Wolken zogen vorbei. Das Wasser im Bach war noch sehr kalt. Für mich zu kalt zum Schwimmen. Wenn man ca. 1/2 Stunde den kleinen Pfad bachaufwärts läuft, findet man die schönsten und einsamsten Badestellen. Hier kann man noch so richtig die Natur und die Ruhe genießen. Am späten Nachmittag ging ich zurück zum Campingplatz, genoss die warme Dusche und machte mich dann auf die Suche nach einem Abendessen. In einer kleinen Pizzeria wurde ich fündig. Satt und zufrieden war ich um 21:00 Uhr wieder auf dem Campingplatz. Hier bezahlte ich schonmal für die Übernachtung (12,80 Euro), denn morgen wollte ich früh los und die Rezeption macht erst um 8:00 Uhr auf.



Montag, den 24.05.2010



Um 5:15 Uhr stand ich auf. Es dämmerte. Ich packte alles zusammen und um 6:00 Uhr machte ich mich auf den Weg. Es war toll so früh los zu wandern. Die Luft war noch kühl und das Licht sorgte für eine tolle Stimmung. Vom Campingplatz aus, ging es über die Restonicabrücke, dann über die Tavignanobrücke, dann links ab, unterhalb der Zitadelle entlang die Straße aufwärts. Hier war eine Baustelle. Die einst schmale Straße wurde verbreitert. Ein großes Schild weist hier am Parkplatz den Weg ins Tavignanotal. Der mit orangen Markierungen ausgestattete Pfad verläuft immer leicht ansteigend am Hang entlang, weit oberhalb des Tavignano.



Die Zitadelle von Corte
im Gegenlicht


Blick zurück nach Corte


Die Sonne ging auf und die Zitadelle von Corte war ein tolles Fotomotiv.
An den Spinnweben, die über den Weg gespannt waren, konnte ich erkennen, dass ich heute der Erste Wanderer war, der hier entlang ging. Dieser Weg bis zur Tavignanobrücke (hier war früher eine Hängebrücke) ist ein beliebter und viel begangener Pfad, auch für Tagesausflügler. Ich hatte das Glück ganz alleine den Weg zu genießen. Die Sonne tauchte das Tal in ein schönes Licht und erst langsam kam die Wärme.
Im ersten Taleinschnitt fand ich eine 2009 neu angelegte Quelle. Hier nutzte ich natürlich gerne die Erfrischung.



neue Quelle von 2009


Um 8:30 Uhr erreichte ich die Tavignanobrücke. Hier gibt es schöne Badestellen, aber das Wasser war mir zu kalt. Nach kurzer Pause ging es auf der anderen Bachseite weiter, in Kehren aufwärts durch den Wald.
Im zweiten Taleinschnitt erreichte ich die kleine, versteckte Quelle um 10:25 Uhr. Man findet sie etwas links oberhalb, bevor man rechts den Bach kreuzt. Es kommt nur ein kleines Metallröhrchen aus dem Boden, aus dem herrlich kühles Wasser läuft. Weiter ging es durch den Wald immer aufwärts.
Es war 11:30 Uhr als ich die Sega-Hütte erreichte. Hier an der Hütte gibt es reichlich Platz um sein Zelt aufzubauen. Nachdem ich beim Hüttenwirt 5,- Euro für die Übernachtung bezahlt, und meinen Schlafplatz eingerichtet hatte , machte ich mir erst mal was zu essen.



Sega-Hütte


Langsam zogen bedrohliche Wolken auf. Am Nachmittag fing es mehrfach an zu regnen. Ich zog mich in mein Zelt zurück und döste so vor mich hin.




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Zuletzt geändert am 16.11.2018