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Korsika 2007





Meine diesjährige Rucksacktour machte ich im Mai. Es war das erste mal, dass ich die Insel im Frühling bereiste. Kurzfristig bekam ich einen Flug bei TUIfly von Köln-Bonn nach 'Calvi' und zurück.

Am Samstag, den 05.05.2007 13:25Uhr startete, mit 65-minütiger Verspätung, die Boeing 737-800 der TUIfly, vom Flughafen Köln-Bonn.

Um 14:45Uhr landeten wir in 'Calvi'. Das Wetter war nicht so toll. Es regnete leicht. Gegen 15:00Uhr hatte ich meinen Rucksack und marschierte los. Der Regen ließ bald nach und die Sonne kam raus. Ich lief die ca. drei Kilometer auf der D251 und erreichte die N197, die Hauptstraße nach 'Calvi'. Hier, am Kreisverkehr, ging ich nach rechts und folgte der Straße etwa zwei Kilometer bis zur Abzweigung nach 'Calenzana'. Dort wurde gerade ein Kreisverkehr gebaut. Gegenüber der Abzweigung ist die Bedarfshaltestelle 'Dolce Vita' der korsischen Eisenbahn.


Ankunft in 'Calvi'

Der Zug kam pünktlich um 16:04Uhr und ich kaufte mir für 13,10Euro ein Ticket nach 'Corte'. Der uralte Triebwagen mit seinem Anhänger rumpelte mit abenteuerlichem Getöse über die maroden Schienen. Es war kein Sitzplatz mehr frei, deshalb musste ich die Fahrt im Stehen ertragen. Mit beiden Händen klammerte ich mich an die Haltestangen, zwischen den Füßen versuchte ich meinen Rucksack zu sichern, so hatte ich einigermaßen Halt. Gegen 16:40Uhr erreichte ich wohlbehalten 'Ile Rousse'. Da der weitere Streckenverlauf momentan saniert wurde, war ab 'Ile Rousse' ein Bus eingesetzt, der die Zuggäste weiter nach 'Ponte Leccia' fuhr.
Gegen 17:30Uhr kam der Bus in 'Ponte Leccia' an. Von hier ging es wieder mit der Bahn weiter nach 'Corte', wo ich um 18:15Uhr meine Fahrt für heute beendete.


Bahnhof von 'Corte'

Bahnverbindungen


'Corte'

Vom Bahnhof machte ich mich auf den Weg zum Campingplatz 'Chez Bartho'. Der Platz liegt direkt unterhalb der Zitadelle am 'Tavignano'. Leider war hier noch 'tote Hose', der Platz hatte noch geschlossen. So bin ich eben wieder ein Stück zurück gelaufen und habe mich auf dem Campingplatz 'Restonica', direkt an der Restonicabrücke, einquartiert. Hier auf dem Platz war ich schon öfter. Es ist ein einfacher, schattiger Platz, mit brauchbaren Sanitäranlagen und freundlichen Leuten. Zum ersten Mal sah ich so etwas wie Gras auf dem Platz. Im Sommer ist hier alles trocken und verdörrt.
Gegen 19:00Uhr, nachdem ich mein Zelt aufgebaut und mich häuslich eingerichtet hatte, ging ich in die Stadt und suchte mir eine schöne Pizzeria, wo ich gemütlich zu Abend aß. Um 20:30Uhr wurde es schon dunkel und es fing an zu regnen.



Sonntag, 06.05.2007


Campingplatz 'Restonica',
noch nichts los hier

Als ich gegen 7:30Uhr aufstand, war das Wetter besser. Leicht bewölkt und angenehm warm. Am Bahnhof frühstückte ich und anschließend kaufte ich mir den Tagesproviant. Der große Supermarkt, in der Nähe des Bahnhofs, hat Sonntags zu, aber in der Stadt gibt es einen kleinen 'Spar'-Supermarkt, der bis Mittags auf hat.
Mit leichtem Gepäck mache ich mich auf den Weg zum 'Tavignano'. Wie jedesmal, wenn ich in 'Corte' bin, verbringe ich hier gerne den Tag. Es gibt einen schmalen Pfad, entlang des Baches, den man wunderschön wandern kann. Immer wieder kommt man an schönen Badestellen vorbei und je weiter man den Weg läuft, um so ruhiger wird es. Im Sommer tummeln sich hier am 'Tavignano', besonders im unteren Bereich, viele Einheimische. Aber auch Touristen haben dann diesen schönen Ort für sich entdeckt und bevölkern den Bach.
Es war wirklich noch sehr ruhig und ich traf keine Menschenseele. An einer schönen Badestelle angekommen, machte ich es mir auf meiner Isomatte gemütlich und genoss die Sonne. Das Wasser war noch ganz schön kalt, so dass ich von einem Bad absah. Am frühen Nachmittag nahm die Bewölkung zu und bald fing es an zu regnen. Schnell packte ich meine Sachen zusammen und machte mich auf den Rückweg.


'Corte' im Frühling





Montag, 07.05.2007


Um 8:30Uhr hatte ich alles eingepackt und war startklar. Für die zwei Übernachtungen habe ich 22,-Euro bezahlt. Ich hatte noch Zeit, bis mein Zug kam, so konnte ich im Supermarkt noch etwas einkaufen. Anschließend setzte ich mich in die Bahnhofsbar und frühstückte. Das Wetter war wieder etwas besser. Nur noch wenige weiße Wolken waren am Himmel. Die Sonne war schön warm.


gleich kommt der Zug

Bahnverbindungen


Das Ticket nach 'Camping Savaggio', dem Ausgangspunkt meiner Wanderung, kostete 3,80Euro. Pünktlich um 10:30Uhr fuhr der Zug ab. Er war nicht besonders voll, wie ich das vom Sommer garnicht kannte. Nach 45 Minuten stieg ich als Einziger an der Bedarfshaltestelle 'Camping Savaggio' aus. Der Campingplatz hatte noch zu. Ich zog meine Wanderstiefel an, verstaute meine Sandalen im Rücksack und marschierte los. Zuerst über eine schmale Straße bis 'Canaglia', von hier aus führt der Weg dann durch Wald am 'Manganello-Bach' entlang immer aufwärts. Hier in 'Canaglia', am Dorfbrunnen, gibt es kühles Wasser.



Man läuft immer, den orangen Markierungen folgend, links am Bach entlang und trifft dabei auf die schönsten Badestellen. Um 13:00Uhr überquerte ich eine Brücke an einem schönen Wasserfall, der sich mit Getöse von links herabstürzte. Nicht weit von hier, erreichte ich den 'GR20'. Hier an dieser Abzweigung geht es rechts Richtung 'Refuge de Pètra Piana', 'Bergerie Tolla' und links Richtung 'Refuge de I'Onda'.
Da die 'Bergerie Tolla' nicht weit von hier entfernt ist, nahm ich einen kleinen Umweg gerne in Kauf und ging rechts über die Brücke bergauf Richtung Tolla.


Abzweigung

Die 'Bergerie Tolla' -

Von früheren Touren kannte ich die 'Bergerie Tolla' und freute mich auf eine schöne Mittagspause. Freundliche Leute bewirteten hier die Wanderer mit kühlen Getränken und leckeren Speisen. In einem kleinen Laden konnte man Proviant kaufen.
Das scheint aber nur im Sommer so zu sein. Als ich an der Bergerie ankam, war hier alles verlassen, kein Mensch, kein Tier, noch nicht mal eine Wasserstelle war vorhanden. Enttäuscht setzte ich mich auf die Bank und machte trotzdem meine Mittagspause.


- war verlassen

Im Sommer ein beliebter
Rastplatz der GR20-Wanderer

Gegen 14:25Uhr brach ich wieder auf und ging zurück über die Brücke zur Abzweigung. Den weiß-roten Markierungen folgend, geht es jetzt aufwärts durch den Wald Richtung 'I'Onda-Hütte'.
Nach langem, steinigem Aufstieg war ich heilfroh, als ich, ziemlich erschöpft, um 16:50Uhr, an der 'Bergerie de I'Onda' ankam. Hier an der Bergerie kann man auf einer abgezäunten Wiese, geschützt vor den freilaufenden Schweinen, sein Zelt aufschlagen. Von hier war es nur noch ein kurzer Aufstieg bis zur Hütte.


'Bergerie de I'Onda'

'Refuge de I'Onda'

Es war noch schön leer hier in der Hütte. Ich sicherte mir mit meinem Schlafsack eine Matratze und machte mir etwas zu essen. Die Hütte besteht aus zwei Räumen, einem Schlafraum und einem Aufenthaltsraum, in dem man kochen und essen kann. Was negativ auffiel, war die nicht vorhandene bzw. total demolierte Dusche und Toilette. Ein Wasserhahn außen an der Hütte und einer in der Küche waren die einzigen Waschgelegenheiten.
Am späteren Nachmittag kamen noch einige Wanderer, aber voll wurde es nicht (was im Sommer ganz anders ist). Um 21:00Uhr ging ich schlafen.



Dienstag, 08.05.2007


Gut geschlafen habe ich nicht. Das Rascheln der Mäuse und das Schnarchen der Mitbewohner hielten mich lange wach. Aber irgendwie ging die Nacht vorbei. Um 6:30Uhr stand ich auf. Es war schon reges Treiben in der Hütte. Nach dem Frühstück war ich gegen 7:15Uhr startklar zur nächsten Etappe. Es war kein 'Gardien' hier in der Hütte, so steckte ich die 9,50Euro in den Wandtresor und machte mich auf den Weg.
Bei herrlichem Wetter ging es zuerst ein Stück aufwärts zur 'Bocca d'Oreccia', dann weiter auf einer Höhe, mit top Ausblicken, bis zu einer Abzweigung. Hier an dieser Abzweigung musste ich nach links, den orangen Markierungen folgen. Rechts geht es weiter auf dem GR20, über die Höhe, Richtung Norden. Auf meiner Route, der Variante des 'Mare a mare Nord', ging es nun abwärts in westlicher Richtung.



solche 'Steinmännchen' sind
wichtige Orientierungshilfen

Die Markierungen wurden immer weniger und ich musste sehr aufpassen, dass ich die orangen Wegweiser im Blick behielt. Zum Glück waren einige 'Steinmännchen' vorhanden, die mir halfen den Pfad, der oft kaum zu erkennen war, nicht zu verlieren.
Durch Wald immer abwärts verläuft der Weg. Mehrmals musste der Bach überquert werden, was manchmal mit meinem schweren Rucksack nicht so ganz einfach war. Ich war froh, dass ich meine Wanderstöcke hatte, die mir beim balancieren über die glatten Steine sehr geholfen haben. Weiter unterhalb, am Zusammenfluss zweier Bäche, machte ich ausgiebig Pause.
Am frühen Nachmittag ging es weiter und um 16:15Uhr erreichte ich 'Pastricciola'.


schöner Weg am Bach entlang


Der Ort zieht sich ziemlich in die Länge, so musste ich noch ein ganzes Stück die Straße entlang laufen, bis ich den 'Ortskern' erreichte. Hier zweigt, auf der rechten Seite, vor einem Haus, der weiterführende Weg ab. Ein großes Holzschild, mit der Aufschrift 'Col de Messicella' weist dem Wanderer den Weg. Genau hier in dem Haus wohnte der 'Gardien', der den Schlüssel für die 'Gite d'etape' hatte. Der Mann und sein Hund begleiteten mich zur Herberge, die ca. 1km weiter die Straße entlang, am anderen Ende des Ortes lag. Der Mann schloss die Tür des großen Hauses auf, zeigte mir alles und ich bezahlte die 10,-Euro für die Übernachtung. Nachdem der 'Gardien' mich hier mit dem Schlüssel zurück ließ, hatte ich die ganze 'Gite' für mich alleine.



Mein Zimmer

In dem Haus gab es auch eine Ferienwohnung, die aber nicht belegt war. Die 'Gite' war toll ausgestattet. Ein gemütlicher Speiseraum, eine kleine Küche, mehrere Schlafzimmer, mit je drei Etagenbetten, ein super Waschraum mit Duschen und saubere Toiletten. Die Dusche habe ich gleich ausgiebig genutzt, herrlich heißes Wasser. Nicht nur ich hatte eine Wäsche nötig, sondern meine Klamotten auch. Das Wetter war immer noch top und so konnten meine Sachen auf der Leine schön trocknen.
Am Abend kochte ich mir was zu essen und schaute etwas fern. Der Wetterbericht sagte mir schönes Wetter voraus.


vor dem Haus ließ
sich schön relaxen

Die Betten waren nicht so toll, wie ich anfänglich dachte. Die Matratzen lagen jeweils auf einem Drahtgeflecht mit Federn. Bei jeder Bewegung quietschte es fürchterlich und außerdem waren die Betten viel zu weich. Da ich Platz genug hatte, ich war ja alleine hier, legte ich kurzerhand meine Matratze auf den Boden und konnte wunderbar schlafen.




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Zuletzt geändert am 16.11.2018