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Korsika 1998




Ausgangspunkt für meine fünftägige Wanderung war der Col de Bavella. Hier habe ich mich von meiner Familie aussetzen lassen. Die Tour ging diesmal von Süden nach Norden. Über die Asinao-Hütte, die Usciolu-Hütte, den Col de Verde, weiter zur Capannelle-Hütte, nach Vizzavona. Von hier ging es mit dem Zug nach Corte, wo ich von meiner Familie abgeholt wurde.



1.Tag Sonntag, 02.08.1998

Um 10:00Uhr ging es los. Hier am Col de Bavella war schon richtig Betrieb. Der Touristenrummel hier am Pass ist schon extrem. Ich war froh, nach wenigen Minuten auf dem GR20 kehrte Ruhe ein. Es gibt die Möglichkeit von hier aus eine "alpine Variante" zu nehmen. Der mit zwei gelben Strichen markierte Weg führt zu den Bavellatürmen. Mit schwerem Rucksack ist diese Variante ziemlich schwierig. Krachseln ist angesagt. Ich entschied mich für den normalen weiß-rot-markierten Weg, der im weiten Bogen unterhalb der Bavella vorbeiführt. Von 1218m am Col de Bavella geht es abwärts bis auf 1050m und dann stetig aufwärts. Im weiteren Verlauf kommt man bald an den Abzweig, wo die "alpine Variante" wieder auf den GR20 stößt. Weiter geht der Weg, bis man zu der Stelle kommt, wo der Ruisseau d`Asinao überquert werden muß. Hier am Bach lässt sich´s gut erfrischen.
Das letzte Stück bis zur Refuge d`Asinao (1530m) wird nochmal ziemlich steil. Um 16:40Uhr erreichte ich die Hütte. Auf dieser Etappe gibt es mehrere Quellbäche mit gutem Wasser.




Die Übernachtung in der Refuge kostete 50,-Fr. Der Gardien verkaufte Bier und Wein. Jedoch ziemlich teuer. Auf der Bank vor der Hütte sitzend ruhte ich mich aus und genoß die Landschaft. Hier am Fuße des Monte Incudine lässt sich schon erahnen wie steil und anstrengend die nächste Etappe werden wird.



2.Tag Montag, 03.08.1998

6:20Uhr, ich wollte den Aufstieg zum Incudine so früh wie möglich angehen. Die Temperatur war noch angenehm und es war noch schön ruhig. Steil in Kehren, zum Teil über Steinplatten, führt der Weg aufwärts.




Um 8:30Uhr erreichte ich das Gipfelkreuz auf 2134m. Es kamen Wolken auf und es wurde sehr windig. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick.




Nach einer Pause ging es weiter über den Grat nordwärts bis auf ca. 1800m, dann wendet sich der Weg Richtung Westen und es geht abwärts. Auf etwa 1620m kommt man zu einer eingefassten Quelle.
Bei 1440m, an der Hängebrücke über den Rau de Casaminetellu, gibt es eine "Snackbar" die Auberge de Pedinelli.




Diese Bretterbude bietet einige Übernachtungsmöglichkeiten, Essen und Trinken. Nach einer Pause ging es gegen 11:00Uhr weiter Richtung Norden. Ein angenehm zu laufender Weg führt leicht auf und ab über Blumenwiesen, über kleine Bäche und durch Wälder. Dieser wunderschöne Streckenabschnitt hat mir besonders gut gefallen. Weiter geht es durch einen urigen Buchenwald. Vom korsischen Wind geformte Bäume bieten die tollsten Fotomotive. Kurz vor dem Aufstieg zur Bocca d`Agnone gibt es noch eine markierte Quelle etwas links vom Weg.
Von der Bocca d`Agnone(1680m) gehts hoch zum Denkmalsgrat. Auf ca.1800m verläuft der Weg Richtung Nordosten. Dem Fotofreund bieten sich hier wieder tolle Motive. Felsformationen in allen Variationen. Auf und ab, mit einigen Krachselstellen, zieht sich der Weg ziemlich in die Länge, bis bei 1800m, an der Bocca d`Usciolu, der Abstieg zur Refuge erreicht ist. Um 17:20Uhr kam ich an der Refuge de Usciolu an.




Ich baute im Nebel mein Zelt auf und kurze Zeit später regnete es in Strömen. Es kam Sturm auf. Die Nacht war nicht besonders ruhig.



3.Tag Dienstag, 04.08.1998

Der Regen war vobei, das Wetter wieder gut und nach ausgiebigem Frühstück machte ich mich um 8:00Uhr auf den Weg Richtung Norden. Der Weg war angenehm zu laufen. Gegen 10:45Uhr erreichte ich auf 1525m den Col de Laparo. Hier machte ich Pause und genoss in der Sonne die Aussicht.
Hier am Pass verließ ich den GR20 und nahm eine Variante Richtung Westen abwärts durch den Foret de Saint Antoine. Nach steilem Abstieg durch den Wald kam ich auf 1149m zur Kapelle St.Antoine. An diesem kleinen Plateau wendet sich der rot markierte Weg Richtung Norden. Fast auf einer Höhe verläuft der Forstweg und folgt der früheren GR20 Streckenführung. Es gibt mehrere Quellen am Weg und das Laufen hier im schattigen Wald ist, im Gegensatz zum steinigen GR20, oben auf dem Kamm, richtig erholsam. Auf 1289m erreichte ich gegen 15:00Uhr de Col de Verde.




Hier gibt es einen großen Parkplatz, eine kleine Gaststätte und eine Schutzhütte mit etwa 20 Schlafplätzen. Außerdem besteht die Möglichkeit hier im Wald an der Hütte zu campieren. Ich beschloß die Nacht hier zu verbringen und baute mein Zelt zwischen den Bäumen auf. Einige korsische Schweine schnüffelten in der Nähe der Zelte umher.


Schweine am Col de Verde


In der Gaststätte bestellte ich mir einen Milchkaffee und ein Käsesandwich. Der Col de Verde ist auch ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler. Viele Leute fahren hier rauf, trinken einen Kaffee und gegen spazieren. Ich beobachtete das rege Treiben und genoß die Sonne. Nach dem Abendessen ließ ich den Tag ausklingen und kroch ich in meinen Schlafsack.



4.Tag Mittwoch, 05.08.1998

Nach einer ruhigen Nacht, - die Schweine haben mich in Ruhe gelassen - baute ich mein Zelt ab, frühstückte, füllte meine Wasserflaschen und war um 07:45Uhr startklar zur nächsten Etappe. In westlicher Richtung verlief der Weg größtenteils durch Wald. Nach ca. 2km überquert man den 1430m hohen Col de la Flasca und ca. 1km weiter hat man den Marmanobach auf 1390m erreicht. Nach Überquerung des Baches wendet sich der Weg nach norden und steigt aus dem Marmanotal in Serpentinen aufwärts. Auf dem Plateau zweigt nach westen der Weg zur Bergerie des Pozzi ab. Weiter dem GR20 folgend kommt man nach ca. 400m an eine Quelle. Nach 1km erreicht man den Rau de Lischetto. Über das Plateau Gialgone (1590m) verläuft der Weg in nordwestlicher Richtung bis zum Rau de Cannareccia. Nach ca. 3km erreicht man die Straße D169. Nach Überquerung der Cassobrücke auf 1350m zweigt der GR20 links ab und verläuft am linken Ufer des Cassobaches in westlicher Richtung durch den Wald aufwärts. Auf 1500m kommt man zur Bergerie de Traggette. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Refuge de Capannelle.
Nach einem letzten steilen Anstieg erreichte ich gegen 12:30Uhr die Hütte auf 1586m. Unterhalb der Hütte ist ein kleines Hotel-Restaurant. Hier kann man gut essen und auch einige Vorräte kaufen. Die Hütte selbst ist nicht sehr groß und nur ganz einfach ausgestattet. Unterhalb der Hütte gibt es jedemenge Platz wo man sein Zelt aufbauen kann.




Diverse Skiliftanlagen und einige radikal abgeholzte Berghänge lassen das verwöhnte Wandererauge doch ziemlich erschrecken. Hier scheint im Winter die Hölle los zu sein. Auch jetzt im Sommer ist das Hotel mit seinem Restaurant Ziel vieler Tagestouristen, die mit dem Auto über die D169 hier hoch kommen.
Es hatte sich bewölkt und ich hatte mein Zelt noch nicht ganz aufgebaut, als es anfing zu regnen. Ein kleines Nickerchen kann ja nie schaden und so legte ich mich auf meine Isomatte und lauschte dem Regen der aufs Zelt prasselte. Irgendwann hörte es wieder auf zu regnen, die Sonne kam heraus und ich ging zum Bach um eine Wäsche zu machen. Ich selbst und meine Klamotten waren wieder wie neu. Langsam kam der Hunger und was lag näher, als sich im Restaurant kulinarisch verwöhnen zu lassen. Ich gönnte mir ein Menü. Es gab: Salat, Brot, Fleisch (eine Art Gullasch?), Käse, und Kuchen zum Nachtisch, für 75,-Fr. Satt und zufrieden erkundete ich noch etwas die Umgebung. Wäre es nicht so diesig gewesen, hätte ich von hier oben einen schönen Blick auf die Ostküste.



5.Tag Donnerstag, 06.08.1998

Nach Gewitter und reichlich Regen in der Nacht hatte ich um 7:00Uhr alles verpackt und startete meine letzte Etappe. Das Wetter wurde besser und der Weg verlief fast ohne großen Höhenunterschied Richtung Norden. Auf 1450m kommt man zur Bergerie de Scapaccedie, hier gibt es Käse zu kaufen. Über den Scarpaceja-Bach geht es weiter leicht ansteigend zur Bergerie de Cardo. Von hier aus geht es in nordwestlicher Richtung zur Bergerie d`Alzeta. Hier gibts auch Käse. Jetzt ist es nicht mehr weit zum Col de Palmente.




9:45Uhr, hier am Pass auf 1637m ist ein idealer Platz zum Rasten. Tolle Ausblicke bieten sich hier dem Wanderer. Majestätisch überragt der Monte d`Oro mit seinen 2389m die anderen Berge. Nach Osten tut sich der Blick auf die Küste auf. An dieser Stelle lässt sich wunderbar relaxen. Nach ausgiebiger Pause machte ich mich auf den Weg.
Kurz nach dem Pass, auf 1600m rechts unterhalb des Weges im Erlengebüsch, ist eine Quelle. Jetzt gehts nur noch abwärts. In Kehren verläuft der Weg endlos durch den Wald. Nach langem Abstieg erreichte ich um 11:30Uhr Vizzavona.


kurz vor Vizzavona


Ziemlich hungrig und müde freute ich mich auf ein schönes Mittagessen im Restaurant I`Laricci. Das Hotel-Restaurant liegt schräg gegenüber, oberhalb vom Bahnhof und ist nicht zu übersehen. Das Menü für 85,-Fr war ausgezeichnet. Es gab: Crèpe, gefüllt mit Schinken, Käse und Pilzen als Vorspeise. Zum Hauptgang, Steak mit grünen Bohnen, dazu Brot, Wein und Wasser und zum Nachtisch gab es Creme Caramelle. Wohl gesättigt und ausgeruht wartete ich am Bahnhof auf den Zug nach Corte.
Hier endete meine fünftägige Wandertour. Am Bahnhof von Corte wurde ich schon von meiner Familie erwartet. Es war bestimmt nicht die letzte Wanderung hier auf dem GR20.




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Zuletzt geändert am 16.11.2018